Was ist Philosophische Praxis

Was ist Philosophische Praxis? (I)

Teil I: Ein Zuschnitt

Praxis und Praktiken:


Was in einer philosophischen Praxis wie der unseren geschieht.

Was geschieht in einer philosophischen Praxis?

Was ist eine Philosophische Praxis?

Was ist philosophische Praxis? ( vgl. auch „Was ist Philosophische Praxis? Teil II: Eine Ansage in neun Bemerkungen“ in meinem Blog "Philosophical Practices"; und siehe auch Teaser in meinem Blog !)

What is philosophical Practice?


Was geschieht in meiner Philosophischen Praxis.

Dr. Gerhard Kaucic / Djay PhilPrax, Philosoph, Schriftsteller, Dekonstruktion, Grammatologie, Wien


Grammatologische Philosophische Praxis Wien Austria Europe

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Einige nur leicht gekürzte und bearbeitete ( Selbst - ) Zitierungen aus:

„Gerhard Kaucic, Philosophische Praxis Wien. Zu einem theoretischen Fragmentarium: Das Ende des Kommunizierbaren oder Philosophische Praxis als Erbarmen der Philosophie als Onto-Theo-Logo“, - zuerst publiziert in: Günther Witzany (Hg.): Zur Theorie der Philosophischen Praxis. Essen 1991 (Verlag Die Blaue Eule), S. 83-89.

Die Philosophische Praxis als ein Ort und eine Situation, zunächst und zumindest.

Die Philosophische Praxis als zumindest ein Versuch der souci de soi, der Selbstsorge, der Sorge (des Selbst). Die Sorge des Selbst im anderen als die Sorge um die Sorge eines eigenen (!) „Selbst“.

Philosophieren als Kommunikation mit reflexivem Zungenschlag, - als Versuch „Welt“ hereinzuholen in den eigenen „Text“. Ein Text, in dem die Geschichte der Philosophie ein bloßer Teil eines uneinholbaren „Ganzen“ ist, - und längst nicht der wichtigste. Was hier unter Anführungszeichen fährt, darauf wird noch zu kommen sein. Anführungszeichen als dialektike techne als Kunst der Gesprächsführung. Und das ist schon über Sokrates hinaus.

Zur Erinnerung: ( Kommunikation , lat.: communicatio, von com-munis, communico, gemeinsam machen, zusammenlegen, vereinigen, ein Eines machen, für zwei oder mehrere ein einziges Gemeinsames formen, bilden, herstellen, in Gemeinschaft treten, mitteilen, Anteil nehmen, beraten, sich (!) besprechen;

wir tauschen einander / uns (!) aus, um auf einen „grünen Zweig“ zu kommen, wir vereinbaren uns, - in der Hoffnung (!), - auf einen grünen Zweig zu kommen / gekommen zu sein )

Die Philosophische Praxis als „Liebäugeln“, als erotische Sorge des Selbst und als des anderen. Das Selbst als nicht von vornherein gegebene Instanz im Menschen, sondern als erotische Bildung der Sorge durch „Reflexion“. Die kommunikative Struktur der Reflexion bei Hegel gedacht als die Konstituierung des Bewußtseins als Selbstbewußtsein im Kampf zweier Subjekte um gegenseitige Anerkennung und also auch Erkennung.

Die Konstitution (!) des Selbstbewußtseins als Prostitution. Das Selbst (!) als vermeintliches Ich (!) im Augen-Blick (!) des Anderen (!). Die Philosophische Praxis als Kommunikation (!) durch Prostitution (!). Das sokratische Fragen als ein pädagogisches Programm der Engführung in die sokratische Aporie. Der fragende Sokrates zwingt zu einer Antwort, die die Frage erzwingt dadurch, wie sie gestellt ist. Eine Antwort, die die „Frage“ schon selbst beantwortet hat. Eine methodische Frage, eine teleologische Frage. Also kein „Fragen“. Wirkliches Fragen richtet sich an kein Subjekt.

Wirkliches Fragen kennt kein Ziel. Wirkliches Fragen ist ein Sagen ohne jemals die Möglichkeit auf ein Gegenwort zu inhärieren. Als Antwort kann nur eine weitere Felderöffnung folgen. Die multiplizierende Fältelung. Die Komplizierung! (vgl. Teaser)

Das sokratische logon didonai, das Rede-und-Antwort-Stehen ist ein spezieller Typ von Wissen. Ein Wissen, das sagen können muß, warum es was weiß. Sokratisches Wissen muß begründbar sein und als solches setzte es zum Beispiel das traditionelle Wissen (Homer) außer Kraft. Dieses Wissen zerstörte das traditionelle relationale Wissen, das metonymische Wissen. Metonymisches Wissen braucht nicht den Logos als Sprache. Sprache als phonetisierte Schrift! (vgl. Teaser).

Alphabetisierte Schrift als beschränktes und beschränkendes Instrumentarium von Herrschaft in einer kratistischen Welt, angeführt von der dialektike techne, einer Kunst der GesprächsFührung (vgl. Teaser), die jedes Denken und Wissen abseits eines Onto-theo-logozentrismus ausschließt ( vgl. G. Kaucic, Zum Begriff der Schrift, eine Serie als Einleitung in die Ökomaterie. – In: Die Grüne F Abyss. Internationale polylinguale Zeitschrift für Grüne Kultur/Politik. Nr. 3, Oktober 1989, S. 4ff.).

Die Philosophische Praxis als Kommunikation, Prostitution und als Ort der Versuchung anderer Wissensformen. Die Philosophische Praxis als Schrift-Verkehr. Die Philosophische Praxis als Station der Entdeckung der Inkommunikabilität.

Die Frage ist nicht, was Philosophische Praxis „ist“. Die philosophische Praxis muß tanzen. Die Philosophische Praxis muß prekär (!) sein. Fragil, instabil und empfindsam! Sie muß ein Ohr für Dekodierbarkeit und Übertragungsempfindlichkeit haben. Sie muß selbst in den Signifikantenfluß zu steigen riskieren! Sie darf nicht Institution werden. Spätestens dann wäre sie nicht mehr Praxis, sondern bloß Instrument und nutzbar, verfallen einer Dienstbarkeit und der Arbeit der Schrift entlaufen. Das Subjekt wäre wieder dem Logos unterworfen und dürfte sich nicht mehr der „Schrift“ aussetzen.

Die philosophische Praxis als Textarbeit kennt kein Gesetz. Kein Gesetz, das immer und überall Gültigkeit beanspruchen dürfte. Wohl kennt die Arbeit der Philosophischen Praxis Regeln, Methoden, Gesetze, Gebiete. Diese Territorien aber gilt es zu queren, zu erfahren und der Dissemination auszusetzen, - nach Relationalität der jeweils Geltung beanspruchenden Regeln, ohne selbst jemals Regeln aufstellen zu wollen und zu können und ohne selbst einer Methode verpflichtet oder hörig zu sein. Nicht alles ist überall und jederzeit erlaubt ( „Anything goes“ nicht frei von konkreter Lektüre mißzuverstehen! Vgl. u. studiere ganz konkret und diskret Paul Feyerabend: Irrwege der Vernunft. Frf. 1989; zum Vernunftbegriff vgl. meinen Teaser! ).

Es besteht immer die Möglichkeit der Markierung und die Möglichkeit der Markierung der Markierung. Der Sinn „spielt“ zwischen Markierungen als ein Spiel von Beziehungen und Verweisungen (vgl. Teaser!).

Selbst wenn „Sender“ und „Empfänger“ dieselbe Person ist, ist das „Zeichen“ (vgl. Teaser) nach der Wiederholung nicht mit sich identisch. Jede Form des Gegenwärtigseins-bei hat die Struktur einer Differenzierung (vgl. Teaser).

Die Gegenwart trennt. Und ein minimaler, aber nie insignifikanter Abstand ist. Der Sinn wird von sich getrennt, er wird ent-stellt. Das Auge kann sich nicht selbst sehen, auch das sokratische Auge nicht oder besonders dieses nicht, immer nur vermittelt über ein anderes, - und also ist es selbst ein anderes.

Diese Kluft, diese Differenz, diesen Ab-stand (auch und besonders von sich selbst!), diese Differenz in allem und überall zu „sehen“, das könnte die Aufgabe einer Philosophischen Praxis sein, die sich nicht vereinnahmen und instrumentalisieren läßt.

Nie handelt es sich um fugenlose Unmittelbarkeit! Die Unmittelbarkeit ist ein Mythos.

Die philosophische Praxis besetzt (vielleicht) die „Lücken des Schweigens“ (Adorno) und verleiht der Dialektik des Nichtidentischen Stimmen. Stimmen ohne Führung. Berührende Stimmen (vielleicht).

Die Philosophische Praxis als erotische Sorge der Differenz auf der Leiter der Versuchung der Kommunikation in der Inkommunikabilität läßt uns vielleicht den UNTERSCHIED beherzigen und mit unseren GesprächspartnerInnen erleben, was der „Maßstab“ für eine bessere Welt sein kann oder werden könnte.

Ein Anliegen der Philosophischen Praxis wäre demnach der Versuch der Einschätzung dessen, wie weit ich / Ich gehen „darf“ und wie weit ich / Ich gehen „muß“.

„Man kann, wenn man in einer Kerkerzelle kauert, nicht mehr aufs Wort vertrauen. Dieses liefe Gefahr, nur mehr klingende Verlautbarung des Nichts zu sein. Das Wort entfaltet sich am heiterhellen Tag. Jedoch das Schweigen? Wer wagte es, sich mit ihm anzulegen? Bündnis. Zähne zusammenbeißen. Dem Wort Einhalt gebieten. Verschwiegen sein. Festhalten. Durchhalten. Das Schweigen ist gleich der restlosen Verwerfung unwählbarer Worte; nicht Negation, vielmehr Disqualifizierung.“ ( Edmond Jabès, für nelson mandela. )

Es gibt keine Sprache, die die Fähigkeit besitzt, Maßstäbe für andere(s) zu setzen. Was ausmachbar ist, ist der bloße „Unterschied“.
Nachmetaphysisches Denken? (vgl. Habermas) Posttheoretisches Denken? (vgl. Rancière, Nancy) Philosophy of Language? (vgl. Hamann, Schleiermacher, Wittgenstein, Frege, Austin, Saussure, Quine, Rorty, Putnam, Tugendhat, Searle, Derrida) Dekonstruktion!(?) (vgl. Jacques Derrida)

Was ich spreche, was Ich spricht, vergeht in der Zeit, geht in der Zeit, geht in der Zeit zu dem Andern als Anderes ( vgl. Teaser und vgl. Levinas, Vom Sein zum Seienden ).

Dr. Gerhard Kaucic / Djay PhilPrax, Philosoph, Schriftsteller, Dekonstruktion, Grammatologie, Wien


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